Lebe so,
als ob du zum zweiten Male lebtest
und das erste Mal
alles so falsch
gemacht hättest,
wie du es zu machen –
im Begriffe bist!

Viktor E. Frankl




 

 


Alles wandelt sich.

Neu beginnen, kannst du mit dem letzten Atemzug.

Aber was geschehen, und das Wasser, das du in den Wein gossest,

kannst du nicht mehr herausschütten…

Alles wandelt sich.

Neu beginnen kannst du mit dem letzten Atemzug.

(Bertold Brecht, 1898 – 1956, deutscher Dramatiker, Lyriker)

 

Die Mutter von Claire, 15 Jahre alt, hatte wieder geheiratet und neben dem Stiefvater auch noch ein 15jähriges Mädchen in die „zuvor glückliche“ (Aussage der Klientin) Familie gebracht. Eifersucht und tiefe Wut motivierten Claire, sich in der Firma des Stiefvaters die Pulsadern aufzuschneiden. Sie wurde vom Reinigungspersonal gefunden und rechtzeitig in die Klinik gebracht. Wut und Zorn sind häufig gemischt mit Trauer und Verzweiflung. Claire konzentrierte sich vor der Psychotherapie besonders auf Verurteilen und Angriff und Kritik.

Die im Ärger, Wut, Hass, Zorn bleibende Person hat die Tendenz zur Generalisierung: Alle in der Familie sind böse, immer…. –

Ausnahmen, gelingende familiäre Beziehungsqualitäten, werden nicht mehr oder schwerer wahrgenommen.

Die sich selbst erfüllende Prophezeiung setzt ein. Durch ein Steckenbleiben im Zorn, in der Wut verstärkt sich das eigene Ohnmachtsgefühl.

Auch junge Menschen haben die grosse Sehnsucht nach Ganzheit, Geborgensein in etwas uns Üeberschreitendes. Fühlen Menschen sich nicht gewollt, geliebt und getragen im Leben, entsteht nicht nur emotioneller Stress, es entsteht existentieller Stress – sie leben dann nicht - das spezifisch Humane – sie leben dann gegen ihr eigenes Wesen.

 

WUT, ÄRGER ÜBER UNS SELBST

„Die Unfähigkeit die Dinge auf die Reihe zu bringen“

Existentieller Stress: Sinnvakuum

Ausstieg: Auf Sinnsuche gehen – was könnte ich in dieser Welt verwirklichen?

 

WUT, ÄRGER ÜBER ANDERE

„sich den anderen ausgeliefert fühlen“

Existentieller Stress: Ohnmachtsgefühle

Zurück in den eigenen Freiraum, welche Möglichkeiten stehen offen, finale Vorleistung (ich setze den ersten Schritt – absichtslos – weil ich mit meiner inneren Grösse Kontakt habe, mich von anderen Menschen nicht so abhängig mache – Gutes bleibt gut – es wirkt in die Welt.)