Ein Leben, das sich verströmt, versiegt nie ganz.

Elisabeth Lukas




 

 


Rückgewinnung des Urvertrauens..

..durch Stärkung des authentischen Ichs („Werde, der du bist!“) ist essentiell in jeder Psychotherapie, ob für junge Menschen – oder über 17jährige.

 

Das Urvertrauen fusst ja auf der Annahme, dass das An-sich-Gute und das An-sich-Sinnvolle gewusst und gekannt ist von höherer Warte aus, dass es aufgehoben und aufbewahrt ist im ´Guten-an-sich‘ (Elisabeth Lukas, in „Urvertrauen gewinnen“, S 51f)

 

Selbstverantwortung

Betonung des eigenen Freiraumes, es kommt auf einen selber an, die jeweilige Situation kann selbst gestaltet und verbessert werden, Einstellungswerte bei schicksalshaften Bedingungen, Beziehungen pflegen, aber auch allein- (all-eins) sein lernen.

 

Selbsttranszendenz

Fragen, die ins Leben drängen, proaktiv (statt reaktiv) beantworten: Zieht mich etwas Faszinierendes an? Etwas Notwendiges, was von mir jetzt beantwortet werden soll? Welche Fragen drängen in mein Leben?

 

Motivation zum Leben, das Wofür erarbeiten

MUT ist das Gegenteil von Schmermut. Mit Herzensmut können sich junge Menschen wieder dem Leben zuwenden. Mut erlaubt uns, wieder auf die Welt zuzugehen. Hilfreich können auch die Fragen sein: Was ist meine tiefste Angst? Was war das, was ich schon immer machen wollte, was mir schon immer wichtig war?

Mögliche Fragestellungen – immer sehr genau beschreiben lassen, damit die PatientInnen ein inneres Bild dazu bekommen, damit sie es schneller abrufen können – insgesamt ein Wahrnehmungstraining – mehr auf das Heilende, Dankbare im Leben zu achten: Welche Aufgabe würde mir ganz viel bedeuten? Wofür ist es höchste Zeit?

 

Ich wusste nicht, dass es unmöglich war, deshalb habe ich es getan.

(Jean Cocteau)

 

Die bewusste Auseinandersetzung mit dem Tod – nicht nur für unsere KlientInnen – unsere Einstellung zum Suizid ist essentiell. Bei jungen Menschen zeigen sich die Ablehnung des Lebens, eventueller Selbstmord, und die hohen Ziele des Lebens sehr deutlich. Nachahmung aus der Säuglingszeit, später verstärkende Autorität sind vorbei, der junge Mensch will mit seiner Urteilskraft selbst etwas Wertvolles in die Welt einbringen. Der junge Mensch soll sich der Welt öffnen, mit den Möglichkeiten, die sie ihm in all der Fülle reich anbietet. Über tragende Erlebnisse kann des weiteren das Urvertrauen gefestigt werden. Eine sensible Begegnungsfähigkeit ist unser Ziel in der Psychotherapie, u. a. als Suizidprävention. Junge Menschen fragen nicht direkt danach, was sie Sinnvolles in unsere Welt einbringen könnten. Bei ihnen ist es noch projektiver:

Wie empfinde ich unsere Erde?

Welche Ausbildung könnte passen?

Mit welchen Menschen möchte ich zusammenleben?

Darin lässt sich ihre positive, schöne Kraft erspüren – diese bei beschwerten jungen Menschen wieder frei zu legen ist Ziel der Psychotherapie.

 

Uwe Böschemeyer betont, dass Erfolg nicht automatisch sein muss, manchmal sich beschwerlich anfühlt. Die innerliche Polarität von Lebensbejahung und Lebensverneinung, die Angst zu scheitern kann uns daran hindern, wichtige Entscheidungen zu treffen, Neues zu wagen, das Verweilen im Alten, Gewohnten gibt Sicherheit.