Ich wusste nicht,
dass es unmöglich war,
deshalb habe ich es getan.

Jean Cocteau




 

 


Das Bild vom Menschen, das ABILE West zugrunde liegt, hat die SINN-Lehre Viktor E. Frankls, des Gründers der Logotherapie und Existenzanalyse, als Ausgangspunkt.

Jeder Mensch trägt selbst – bewusst oder unbewusst – ein Sinn-Bild in sich selbst, was er selbst ist, sein kann und sein soll. Aus dem Spannungsbild, was ist und sein soll, webt der Mensch kraft seines freien Willens zu einem Sinn sein Selbstbild, um dauerhaft und nachhaltig Werte zu verwirklichen, nimmt der Mensch auch Stellung zu sich selbst, zu seinem Grundwert (Würde) und zu seinem schon erreichten Selbstwert. Die Kraft dazu ist der Wille zum selbst gewählten Sinn. Das Resultat ist das Selbstverständnis jedes Menschen von sich selbst.

Was sein Sinn ist, erfährt jeder Mensch für sich selbst, indem er sich dem Spannungsfeld zwischen seinem Ist-Zustand und dem Sein-Sollen öffnet. Aus den existentiellen Bedingungen seines Da-Seins erfährt der Mensch sein So-Sein und Anders-Sein-Können. Im Beieinander-Sein erleben wir auch den Mut, Sinn tatsächlich auch anzustreben.  Die Triebfeder des tatsächlichen Handelns ist die Sehnsucht nach Glück. Die menschliche Existenz kann glücklich werden, indem sie in ihrem Fühlen und Denken Ausschau hält nach den immer neu zu entdeckenden Möglichkeiten für ihr Erleben, schöpferisches Unterscheiden und Entscheiden für ein sinnvolles Handeln.

Wer sich dem Sinn verschließt, ist in der Gefahr am eigenen Selbst vorbei zu leben, seine ureigensten eigenen Potentiale zu verdrängen. Ein länger dauernder Verdrängungsprozess von SINN-Potentialen kann im schlimmsten Fall zu seelisch-körperlichen Erkrankungen führen. Jedenfalls führt die Vernachlässigung der eigenen Potentiale zur persönlichen Unzufriedenheit und existentiellen Frustration. In der Folge können Sinnlosigkeitsgefühle sich vorerst noch unbemerkt in die eigene Existenz einnisten und in der Folge nachhaltig soziale Beziehungen und die eigene Gesundheit gefährden.

Die „Trotzmacht des Geistigen“ (Frankl) ermöglicht, auch unter den erschwerten Bedingungen des mitunter gestressten Menschen im Alltag, trotz Leiden, Schuld und Sterben („tragische Trias“ nach Frankl), Widerstand gegen Sinnverlust und Abwertungstendenzen zu leisten.

Sinnsuche und Sinnentdeckung wird zur unbedingten Notwendigkeit. Denn der Mensch ist ein geistiges Wesen. Durch die Freiheit zur Stellungnahme kann der Mensch sich distanzieren von unnötigen Leiden und falschen Schuldgefühlen. In der Bejahung der eigenen Verantwortlichkeit wird jeder Mensch in die Lage versetzt, sein eigenes Leben selbst zu gestalten.