Ein Leben, das sich verströmt, versiegt nie ganz.

Elisabeth Lukas




 

 


GEWALTPRÄVENTION & ÄSTHETIK


DISSERTATION UNIVERSITÄT INNSBRUCK – INSTITUT FÜR ERZIEHUNGSWISSENSCHAFT

Mag.  Petra KOFLER

 

Schönheit als das „Anzeichen eines künftigen Gutes“ (Thomas Hobbes) verweist auf etwas Zukünftiges, Anderes, und vielleicht auch auf noch mehr, nämlich, dass Schönheit das Zeichen für das Gute schlechthin ist. (K. P. Liessmann) Schönheit lässt uns ahnen, dass es mehr in der Welt gibt als Nützliches und Unnützes, Lust und Leid. Wenn wir etwas als schön bezeichnen, meinen wir damit, dass etwas besonders geglückt ist, dass es in seiner Gesamtheit stimmig ist, dass wir etwas als kostbar erleben. Ein schönes Bild, eine schöne Landschaft, ein schöner Mensch, eine schöne Stadt, ein schönes Gespräch, ein schöner Text - beim Hören oder Anblick von etwas Schönem „passiert“ etwas mit uns. Wir werden berührt in unsere Seele. Auf diese Weise erfahren wir eine innere Verwandlung. „Wenn man durch ein Museum gegangen ist, tritt man nicht mit demselben Lebensgefühl, mit dem man in es eingetreten ist, aus ihm wieder heraus; wenn man wirklich eine Erfahrung von Kunst erfuhr, ist die Welt lichter und ist die Welt leichter geworden.“ (H.-G. Gadamer)
Schönheit hat letztlich immer mit Liebe zu tun: „In ihr [Anm. der Schönheit] wird das Sein liebesgewaltig, und dadurch, dass es Herz und Blut berührt, berührt es den Geist. Darum ist die Schönheit so stark.“ (R. Guardini) Aber die Welt ist nicht nur heil. Unsere Zivilisationsentwicklung, das Streben nach Profit, Macht und Leistung entfremdete die Menschen von sich selbst, Liebe und Empathie wurden beeinträchtigt. Sie bilden jedoch die Basis für die Erneuerung unserer Gesellschaft. Die Schönheit als Heilmittel gegen die Stumpfheit. Nicht umsonst meint F.M. Dostojewski: „Die Schönheit wird die Welt retten.“