Ein Leben, das sich verströmt, versiegt nie ganz.

Elisabeth Lukas




 

 


Projekt 'Gewaltprävention'


Dieses Projekt dient der europaweiten Ausarbeitung, Analyse und Weiterentwicklung von hocheffizienten Programmen im Bereich Gewaltprävention mit dem Schwerpunkt auf praktische Umsetzbarkeit von neuesten Forschungsergebnissen in Neurobiologie, Psychologie, Psychotherapie und Sozialpädagogik.

Ziel: Begrenzung und Vorbeugung der täglichen Gewalt

Zielgruppen: tatsächliche und potentielle TäterInnen, gefährdete Jugendliche, Jugendliche mit und ohne Gewaltverhaltensmuster

Geschult werden: PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen, LebensberaterInnen, PolizistInnen, JustizbeamtInnen, LehrerInnen, ErzieherInnen, Krankenhauspersonal, Familien, die eine(n) GewalttäterIn aufnehmen wollen

Projektraum: Europaweit

Projektumsetzung: von psychologischen und sozialpädagogischen Instituten mit Sitz in Österreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Rumänien, Slowenien, Spanien und der Schweiz.

Projektetappen:
Etappe I.
Analyse und Forschung der aggressivitätsfördernden und krisenträchtigen Ansichten der Gesellschaft und von Einzelpersonen sowie der weltweiten Forschungsergebnisse zum Thema Gewalt und friedensstiftende Maßnahmen. Die Kreisläufe der Gewalt sollen aufgedeckt und die europäischen Unterschiede aufgezeigt werden.

Etappe II.
Entwicklung von Programmen, die Störungen des Sozialverhaltens von Menschen entgegenwirken. Aggressive Erlebnisse bilden ein gewisses Wahrnehmungsschema im Gehirn. Familien-, Psycho-, Institutions- und Gesellschaftsdynamiken werden ebenfalls berücksichtigt. In Betracht gezogen wird insbesondere der enorme Einfluss der Kindheitserlebnisse in den Elternhäusern auf die spätere Aggressionsbereitschaft. Durch Vernachlässigung oder gegen sie gerichtete Aggression lernen die betroffenen Kinder als die einzige erfolgreiche Strategie Aggressionsverhalten anzuwenden.

Etappe III.
Im Laufe der psychologischen, psychotherapeutischen und heilpädagogischen Trainingseinheiten wird die Zielgruppe (PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen, LebensberaterInnen, PolizistInnen, JustizbeamtInnen, LehrerInnen, ErzieherInnen, Krankenhauspersonal) befähigt, aggressive Potentiale zu stoppen und sie in Sinnenergien umzuwandeln. Sie werden geschult, herauszufinden, was diese unfassbare Aggression einer Person versucht zum Ausdruck zu bringen, was ihre wahre Bedeutung ist, die durch Brutalität, Ärger und Wutausbrüche auf sich und innere Bedürfnisse aufmerksam macht. Aggressionssysteme einer Person werden durch soziale Abgrenzung und Demütigungen dort aktiviert, wo die Bindungen mangelhaft oder gefährdet sind. Dabei ist der Standpunkt der PolizistInnen, SozialarbeiterInnen, des Gesundheitspersonals und der LehrerInnen zum Gewaltproblem und ihr Verhalten in gewaltsamen Situationen von großer Bedeutung für das Ausmaß der Gewalt.

Etappe IV.
Die ausgearbeiteten Lösungen werden in der Verminderung und Vorbeugung von Gewaltphänomenen praktisch erprobt. Sozialprojekt „Offene Tür“ bietet fünf jugendlichen StraftäterInnen eine Chance, ihre bisherige Unfähigkeit zu überwinden, Loyalität gegenüber Einzelpersonen, Gruppen oder Sozialwerten zu zeigen, indem sie Sozialreife entwickeln. Soziale Anerkennung, Vertrauen und zwischenmenschliche Unterstützung aktivieren Motivationssysteme im Menschen. Durch diese sozialen und emotionalen Erfahrungen werden schwierige soziale Lebensumstände, familiäre Schwierigkeiten, entwicklungsbedingte Identitätskrisen modifiziert mit  Hilfe der psychosozialen Aufmerksamkeit und psychotherapeutischen Begleitung.

Etappe V.
Dieses Wissen wird in Filmen, Handbüchern und CDs weitergegeben. Hier widmet man die besondere Aufmerksamkeit der biologisch implizierten menschlichen Grundmotivation, die alle Menschen mit allen Menschen verbindet. Mit Hilfe der verschiedenen Medien wird dokumentiert, wie langfristige Verhaltensveränderungen von (potentiellen) TäterInnen erreicht werden können, welches aus neurologischem Gesichtspunkt bedeutet, die alte Gewohnheit als automatische Reaktion des Gehirns auszulöschen und durch eine neue zu ersetzen.

Die Ergebnisse dieser praxis- und umsetzungsorientierten Arbeit werden direkt in verschiedene Trainings einfließen (PsychotherapeutInnen, Sozial- und LebensberaterInnen, LehrerInnen, Krankenhauspersonal). Diese Ergebnisse werden für die Öffentlichkeit und Fachleute online zugänglich sein, sowie in Handbüchern, übersetzt ins Englische, Deutsche, Spanische, Katalanische, Ungarische, Slowenische, Rumänische und Bulgarische.